Motorradtour nach Herrstein an der oberen Nahe

Auf der Tour ins historische Örtchen Herrstein führt der Weg von der Mosel durch die Hunsrückwälder bis zur Nahe.

Der historische Naheort Herrstein. Foto: Zender
Sie ist bei Motorradfahrern besonders beliebt, da sich auf die kleinen Hunsrückstraßen meist nur wenige Touristen „verirren“.

Länge:
Die Strecke beläuft sich auf 66 Kilometer.

Zeit:

Rund zwei Stunden (gemütliche Fahrt).

Tourverlauf:

Die Tour startet im Moselort Cochem. Von dort fährt man die L98 Richtung Valwig (Apollo-Wanderweg besonders schön) bis zum Ort Bruttig-Fankel. In der Mitte des Doppelortes führt die L98 in den Hunsrück. Im Flaumbachtal dann zur K36 Richtung: Altstrimmig. Durch den Ort durch bis nach Mittelstrimmig und weiter nach die L202 Richtung: Blankenrath. Die L 202 folgen bis die Straße in die B421 mündet. Dieser Bundesstraße folgen bis bis zur B327. Dann geht es über Bärenbach, Büchenbeuren. Von dort auf die L194 Richtung Büchenbeuren. Von dort über die L182 durch Rhaunen. Dort links abbiegen auf L162 / L182\Hauptstraße (Richtung: Sulzbach) zur L180Dann über Sulzbach und Oberhosenbach halb rechts halten auf L180 Richtung Breitenthal. Von dort geht es dann über Breitenthal bis nach Herrstein.

Info zu Herrstein:

Herrstein an der oberen Nahe: Noch niemand hat bisher herausfinden können, wie alt Herrstein wirklich ist. Die historischen Anfänge der Ortsgeschichte verlieren sich im "Dunkel der Geschichte". Die erste urkundliche Erwähnung Herrsteins erfolgte 1279 als "Hof Heresteyn" und im Zusammenhang mit einem "Ruther von Heresteyn". Die Burg auf dem Felsen, deren Grundmauern oberhalb des historischen Ortskerns noch erhalten sind, ist wahrscheinlich noch wesentlich älter.
1425 gestattete König Sigismund dem Grafen Johann von Sponheim, zu dessen Gebiet Herrstein gehörte, Jahr- und Wochenmärkte im Ort zu halten. Drei Jahre später, am "Dienstag nach St. Lucien Tag der Heiligen Jungfrawen, nach Christi Geburth Vierzehn Hundert , zwanzig und acht Jahre" (1428) verleihen Graf Johann von Sponheim und seine Frau Walpurga Herrstein das Stadtrecht und statteten sie dadurch mit Rechten und Privilegien aus, die sie aus der Menge von Leibeigenen in den umliegenden Dörfern deutlich hervorhoben. Nachdem 1437 das Sponheimer Grafengeschlecht ausstirbt werden die Grafen von Velden u. die Markgrafen von Baden die neuen Erben. Gräfin Walpurga verlebte ihr Lebensalter auf der Burg. In der Folgezeit wechseln noch häufig die Besitzstände in Herrstein.
Zum besseren Schutz der Stadt und ihrer Bewohner wurde eine Stadtmauer errichtet, von denen Teilstücke wie der Uhrturm, der naheliegende Wehrgang oder auch rekonstruierte Stücke im Bereich des Hankelbrunnes noch heute zu besichtigen sind. 1674, als während der Pfälzischen Erbfolgekriege Marschall Turenne mit seinen Truppen in bedrohlicher Nähe auftauchten, haben die Einwohner eigenhändig die Stadtmauer abgerissen und sind so der drohenden Zerstörung entgangen. 1737 stürzen weite Teile der Burganlage ein.
Mit der Franzosenzeit 1798 wird Herrstein Sitz eines Kantons und ab 1800 ist der Ort als "Mairie" Bürgermeisterei in der Umgebung. Nach dem Sieg über Napoleon 1814 kommt Herrstein unter Bayrisch-Österreichische Verwaltung. 1815, mit dem Wiener Kongress kommt das Fürstentum Birkenfeld und damit auch Herrstein zum Herzogtum Oldenburg. 1955 übernimmt Herrstein die behördliche Verwaltung und wird schließlich 1969 Sitz einer vergrößerten Verbandsgemeinde.
Mehr durch Zufall wurden bei Restaurierungsarbeiten 1974 noch recht intakte Fachwerke gefunden und nach anfänglicher Zurückhaltung konnten von 1975 bis 1985 viele private Hauseigentümer gewonnen werden, die dicken Putzschichten ihrer Häuser wieder abzuschlagen. So findet der Besucher heute mehr als 50 restaurierte Fachwerkhäuser in einem beschaulichen Ortskern, der beeindruckend das mittelalterliche Herrstein wiederspiegelt.
Zweimal im Jahr finden in der idyllischen Kulisse des Historischen Ortskerns Märkte statt, die durch die rustikale Umgebung einen besonderen Flair erhalten und alljährlich zahlreiche Besucher von nah und fern anlocken.
Am 2. Wochenende im September treffen sich viele Besucher auf dem Kunsthandwerker- und Bauernmarkt, der seit 1988 abgehalten wird, um Handwerkern über die Schulter zu schauen, originelle Produkte zu erwerben, deftige Hunsrücker Speisen zu probieren oder auch einfach nur an einem schattigen Plätzchen den fahrenden Spielleuten zuzuhören.
Bereits vorweihnachtlich geht es beim traditionellen Martinimarkt zu, der seit 1428 abgehalten wird und den Bürgern des nahen und fernen Umlandes zur Versorgung für die unmittelbar bevorstehende Winterzeit diente. Der Zweck hat sich heute natürlich gewandelt, aber noch immer findet man warme Bekleidungsstücke wie Jacken, Hosen, Mützen und Socken ebenso wie Weihnachtsschmuck, traditionelle Holzwaren, deftiges Hunsrücker Wellfleisch und natürlich den guten Pott Glühwein. Als Besonderheit wird bei diesem Markt alljährlich der alte "Backes", der Backofen im Heimatmuseum, wieder in Betrieb genommen und das Original Hunsrücker Bauernbrot gebacken. Diese Spezialität, aus Sauerteig zubereitet, erfreut sich ungebrochener Beliebtheit und wird gerne mit guten Griebenschmalz, aber auch Leckschmier oder als Brotsuppe gegessen.
Herrstein liegt im Landkreis Birkenfeld, in der Verbandsgemeinde Herrstein.

Kontakt:
Hans-Walter Teusch
Brühlstraße 10
55756 Herrstein  
Tel.: 0 67 81 / 60 12 13

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